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Gartenpraxis · Ratgeber

Gewächshaus vor dem Winter reinigen: Was tun, wenn das Beet noch belegt ist?

Die Tomaten sind abgeräumt, der Feldsalat steht schon im Beet: Muss jetzt alles aus dem Gewächshaus? Nein. Reinige freie Bereiche gleich und warte mit der großen Innenreinigung bis zur nächsten Anbaupause. Bei kranken Pflanzen gilt eine andere Reihenfolge.

Topfpflanzen stehen auf Regalen in einem hellen Gewächshaus
Regalböden und Scheiben lassen sich leichter erreichen, wenn die Töpfe vorübergehend an einem geschützten Platz stehen. · Foto: Eleanor Brooke

Erst die Belegung prüfen, dann den Putztag planen

Für die große Innenreinigung zählt die Lücke zwischen zwei Kulturen. Ist eine Seite nach der letzten Tomatenernte frei, kannst du dort Stellflächen und Scheiben säubern. Auf der anderen Seite darf der gesunde Feldsalat stehen bleiben. Müssen Topfpflanzen kurzzeitig weichen, wähle einen milden, ruhigen Tag und einen Ausweichplatz, an dem sie nicht auskühlen.

  • Die Sommerkultur ist beendet: Räume ihre Reste und lose Ausrüstung aus. Jetzt erreichst du auch die sonst verdeckten Stellen.
  • Gesunde Winterkulturen stehen bereits im Beet: Plane die vollständige Innenreinigung für die nächste freie Phase. Entferne jetzt erreichbaren Schmutz und abgestorbene Reste, ohne die Kultur zu beschädigen.
  • Du hast wiederkehrende Schäden oder auffälligen Befall: Halte zuerst Symptome und betroffene Pflanzen fest. Die Ursache entscheidet, ob außer der normalen Reinigung weitere Maßnahmen nötig sind.

Pflanzenreste und Befall getrennt beurteilen

Sammle nach dem Abräumen auch kleine Reste am Boden und unter den Stellflächen auf. Das Pflanzenschutzamt Berlin weist bei Pilzkrankheiten an Gewächshaustomaten ausdrücklich auf das Entfernen der Pflanzenteile nach der Kultur hin. Eine saubere Scheibe allein beseitigt solche Rückstände nicht. Bei verdächtigem Material klärst du den Entsorgungsweg mit der örtlichen Abfallberatung, statt es ungeprüft auf den eigenen Kompost zu geben.

Bevor neue Töpfe einziehen, sieh dir auch die Pflanzen an. Zu den häufigen Schädlingen an Gemüse unter Glas zählt das Berliner Pflanzenschutzamt Blattläuse, Weiße Fliegen und Spinnmilben. Stelle eine auffällige Pflanze zunächst getrennt und kläre die Ursache. Sonst trägst du den Befall mit der Pflanze ins gerade gesäuberte Haus.

Das Material bestimmt Bürste und Reiniger

Für gewöhnlichen Schmutz reichen meist warmes Wasser und ein weiches Tuch oder ein Schwamm. Wasche die zugänglichen Scheiben innen und außen. Harte Scheuerschwämme und Drahtbürsten können Kratzer hinterlassen. Prüfe bei Kunststoffplatten, Beschichtungen und Dichtungen zuerst die Pflegeanleitung deines Hauses. Ein Mittel, das für Fensterglas geeignet ist, muss nicht für jedes Gewächshaus passen.

Der Gewächshausanbieter BOMA nennt zwei Gründe, den Hochdruckreiniger stehen zu lassen: Bei Stegdoppelplatten kann der Strahl Schmutzwasser in die Hohlräume drücken; an Glasscheiben können undichte Stellen an der Auflage entstehen. Auch von Essig- und Zitronensäure rät der Anbieter ab. Bleibt ein Belag haften, kläre erst, was die Pflegeanleitung für genau dieses Material zulässt.

Eine pauschale Desinfektion nach jeder Saison ist kein notwendiger Bestandteil dieses Ablaufs. Bei wiederkehrenden Krankheiten kann die übliche Reinigung aber zu wenig sein. Lass dann die Ursache fachlich klären und eine geeignete Maßnahme für Kultur und Material empfehlen. Ein beliebiges Haushaltsmittel ersetzt diese Entscheidung nicht.

Auch die verdeckten Flächen erreichen

Nimm bewegliche Regale heraus und säubere auch ihre Unterseiten und Zwischenräume. Bürste lose Erde aus leeren Töpfen; wasche sie anschließend mit warmem Seifenwasser. Reinige feste Wege und entferne Ablagerungen aus erreichbaren Rinnen. Danach müssen die gereinigten Flächen abtrocknen können, bevor du alles wieder dicht zustellst.

Arbeite nur an sicher erreichbaren Stellen. Ein langer Stiel hilft, vom Boden aus weiterzukommen. Stütze dich niemals auf Glasscheiben oder das Dach. Beschädigte Scheiben gehören fachgerecht ersetzt; eine Reinigungsaktion ist kein Anlass, an brüchigem Glas zu hantieren.

Nach dem Putzen: Kommen Licht und Luft an die Pflanzen?

Kontrolliere nach der Reinigung, ob Tür und Lüftungsfenster frei beweglich sind. Ein klemmender Verschluss gehört auf die Reparaturliste. Bleibt sommerliches Schattiermaterial hängen, prüfe, ob es noch gebraucht wird: Die RHS empfiehlt, die Beschattung schrittweise zu verringern, sobald Lüften allein Überhitzung verhindert. Auch im Herbst können sonnige Stunden ein kleines Haus stark erwärmen.

Lies bei wechselhaftem Wetter am Minimum-Maximum-Thermometer ab, wie warm es tagsüber und wie kalt es nachts an den Pflanzen geworden ist. Achte bei mechanischen Fensterhebern mit Wachszylinder darauf, ob zusätzliches Lüften nötig ist: Das Wachs muss sich erst erwärmen und ausdehnen, bevor das Fenster aufgeht. Ein offenes Fenster kann am sonnigen Nachmittag helfen und in derselben Nacht schon zu viel Kälte hereinlassen.

Den Winterbetrieb als eigenen Schritt prüfen

Ein sauberes, geschlossenes Gewächshaus ist noch kein frostfreies Quartier. Die Bayerische Gartenakademie unterscheidet ausdrücklich ungeheizte, temperierte und warme Häuser. Prüfe vor dem Einräumen frostempfindlicher Pflanzen, ob die tatsächlich erreichbare Mindesttemperatur zu ihnen passt. Eine vorhandene Heizung muss für Gewächshäuser geeignet sein; elektrische Geräte brauchen Schutz vor Kondens- und Tropfwasser.

Liegt eine Wasserleitung im ungeheizten Haus, sperre sie bei Frostgefahr rechtzeitig ab und entleere sie. Geh zum Schluss noch einmal von der Tür bis zur hintersten Stellfläche: Ist der Weg frei, lässt sich das Fenster bedienen, sind die Regale trocken? Ist die Nacht für deine Pflanzen zu kalt, muss trotz sauberer Scheiben ein anderes Quartier her.

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