Eine neue Karte mit einem älteren Ausgangsbestand
Seit dem 30. Oktober 2026 sind die Ergebnisse der bayernweiten Streuobsterfassung im BayernAtlas zugänglich. Das hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mitgeteilt. Die neue Ebene zeigt rund vier Millionen erfasste Bäume. Wenn du einen alten Obstgarten besitzt oder Streuobst in deiner Umgebung entdecken möchtest, kannst du damit die Verteilung der Bestände nachvollziehen. Ein fehlender Eintrag sagt allerdings wenig über den einzelnen Baum aus.
Entscheidend ist der Zeitbezug: Die Karte dokumentiert den Ausgangsbestand zum Beginn des Bayerischen Streuobstpakts im Oktober 2021. Für die Erfassung wurden nach Angaben der LfL Geodaten der Jahre 2021 und 2022 verwendet, weil etwa die zugrunde liegenden Luftbilder im Zweijahresrhythmus erneuert werden. Die Veröffentlichung 2026 macht daraus keine Bestandsaufnahme des heutigen Tages. Spätere Pflanzungen oder Verluste lassen sich deshalb nicht zuverlässig daran ablesen.
Was die grünen Kreise bedeuten
Den direkten Zugang findest du unten bei den Quellen unter „BayernAtlas: Streuobstbäume“. Die LfL beschreibt die Darstellung als grüne Kreisumrandungen: Ihre Größe folgt in Stufen dem Kronendurchmesser. Zusätzlich sind Angaben zur Baumhöhe abrufbar. Eine größere Umrandung steht somit für eine größere Krone, nicht für mehr Früchte oder einen wertvolleren Baum.
Nutze die Ansicht zunächst für die räumliche Orientierung: Welche erfassten Baumgruppen liegen zusammen, wo stehen einzelne Bäume? Für einen Vergleich mit deinem eigenen Grundstück notiere dir den betrachteten Bereich und das Datum deiner Beobachtung vor Ort. So hältst du auseinander, was die ältere Datengrundlage zeigt und was du selbst heute tatsächlich siehst.
Dein Apfelbaum fehlt? Prüfe zuerst die Fläche
Die Erfassung umfasst bestimmte landwirtschaftlich geprägte Flächen sowie Hofstellen und Teile dörflicher Siedlungen. Andere Bereiche wurden ausgeklammert. Dazu zählen laut LfL unter anderem Wohnbauflächen, Sport- und Freizeitflächen, Wälder und geschlossene Gehölzbestände wie Hecken. Gerade ein Obstbaum im Hausgarten kann deshalb außerhalb des untersuchten Bereichs liegen.
Auch innerhalb der erfassten Flächen ist die Karte kein lückenloses Baumverzeichnis. Die Beschreibung des zuständigen Geodatendienstes schließt eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit ausdrücklich aus. Aus einem fehlenden Kreis folgt daher weder, dass dein Baum kein Obstbaum ist, noch dass er ökologisch unbedeutend wäre.
- Baum erst nach 2022 gepflanzt? Vergleiche ihn nicht mit dem älteren Ausgangsbestand.
- Baum im Wohngebiet oder in einer geschlossenen Hecke? Prüfe, ob die Fläche überhaupt zum Erfassungsumfang gehört.
- Alter Baum auf einer erfassten Fläche ohne passenden Kreis? Halte die Abweichung fest; allein die Karte löst sie nicht auf.
Drei Fragen, die du vor Ort beantworten musst
Steht der Baum noch, wie ist sein Zustand und wer kümmert sich um ihn? Diese Fragen beantwortet ein älterer Kartenpunkt nicht. Wenn du Pflege oder eine Neupflanzung auf deiner Fläche planst, beginne deshalb mit einer aktuellen Bestandsliste. Notiere vorhandene Bäume, erkennbare Schäden, freie Bereiche und den Platz, den die ausgewachsenen Kronen brauchen. Die Karte kann dafür ein Einstieg sein; die Standortprüfung bleibt nötig.
Ebenso wenig kannst du aus einem Kreis eine Erntefreigabe ableiten. Kläre die Nutzung mit den Eigentümern oder Bewirtschaftern. Für Fragen zur Pflege und Entwicklung von Streuobstbeständen führt das Streuobstpakt-Portal regionale Anlaufstellen auf, darunter Kreisfachberatungen und Streuobstberatungen. Bereite für eine Anfrage Lage, aktuelle Fotos und deine konkrete Frage vor.
Für neue Bäume gibt es eine andere Übersicht
Wer wissen möchte, wie Neupflanzungen vorankommen, braucht einen anderen Blick auf die Daten: Auf dem Streuobstpakt-Portal gibt es eine eigene Übersicht für seit 2022 über „Streuobst für alle!“ und die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien geförderte Pflanzungen. Sie ist nach Landkreisen und Regierungsbezirken gegliedert. Diese Zahlen und die neue Karte des Ausgangsbestands beantworten unterschiedliche Fragen.
Für den eigenen Garten bleibt auch ein einzelner alter Obstbaum interessant. Die Bayerische Gartenakademie beschreibt Streuobst als Zusammenspiel aus Bäumen, Wiese und angrenzenden Strukturen, die Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten. Betrachte bei deiner Planung deshalb auch den Raum unter und neben den Kronen. Ein fehlender Karteneintrag ist kein Anlass, einen vorhandenen Baum aus der Planung zu streichen.
MIT IN DEN GARTEN
Deine kurze Checkliste
Quellen & weiterführendes Wissen
Für diesen Beitrag wurden folgende Fachinformationen herangezogen:
- LfL: Neue Streuobstkarte im BayernAtlas (30.10.2026) ↗Abgerufen am 04. November 2026
- LfL: Streuobsterfassung Bayern – Datenjahre, Methode und erfasste Flächen ↗Abgerufen am 04. November 2026
- BayernAtlas: Streuobstbäume ↗Abgerufen am 04. November 2026
- GDI Bayern: Beschreibung des Geodatendienstes Streuobstbäume ↗Abgerufen am 04. November 2026
- Streuobstpakt Bayern: Bereits gepflanzte Bäume ↗Abgerufen am 04. November 2026
- Streuobstpakt Bayern: Regionale Beratungsstellen ↗Abgerufen am 04. November 2026
- Bayerische Gartenakademie: Streuobst – wertvoll und vielfältig (21.09.2026) ↗Abgerufen am 04. November 2026
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