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Bayerns Wintervogelatlas startet in die letzte Saison

Ab 15. November sind wieder Beobachtungen gefragt – auch von häufigen Gartenvögeln. Wer mitmachen möchte, sollte zwischen einzelnen Meldungen und der vollständigen Erfassung eines Gebiets unterscheiden.

Ein europäisches Rotkehlchen mit orangefarbener Brust sitzt auf einem Draht
Ein Rotkehlchen auf einem Draht. Archivfoto zur Illustration; es zeigt keine aktuelle Beobachtung für den Bayerischen Wintervogelatlas. · Foto: Phil Mitchell

Letzter Projektwinter vom 15. November bis 15. Februar

Der LBV und die Ornithologische Gesellschaft in Bayern suchen weitere Ehrenamtliche für den Bayerischen Wintervogelatlas. Der am 5. November veröffentlichte Aufruf betrifft die letzte Erfassungssaison 2026/27: Vom 15. November 2026 bis einschließlich 15. Februar 2027 sollen verbliebene Nachweislücken geschlossen werden.

Dafür sind nicht nur seltene Gäste interessant. Nach Angaben des LBV fehlen mancherorts sogar Meldungen von Amsel, Buchfink und Kohlmeise. Wer solche Arten aus dem eigenen Garten kennt, kann deshalb einen Einstieg finden. Entscheidend ist eine verlässlich bestimmte Beobachtung, nicht ein besonders spektakulärer Fund.

Welche Beteiligung passt zu dir?

Für einzelne Beobachtungen in Bayern musst du keinen Quadranten reservieren. Du kannst sie während des Erfassungszeitraums über ornitho.de oder die NaturaList-App melden. Dazu gehören auch sicher bestimmte Vögel im Garten. Für die Dateneingabe brauchst du allerdings ein Benutzerkonto; eine fehlende Flächenreservierung bedeutet nicht, dass die Plattform ohne Anmeldung funktioniert.

Vollständige Beobachtungslisten verlangen mehr: Du achtest auf alle gesehenen und gehörten Arten. Der LBV empfiehlt dafür, die häufigsten 30 bis 50 Vogelarten erkennen zu können. Wenn du erst wenige sicher unterscheidest, beginne mit Einzelmeldungen und nutze die Bestimmungshilfen und Einführungstermine der Projektseite. Unklare Beobachtungen werden nicht durch Raten wertvoller.

Ein Garten ersetzt keine ganze Kartierfläche

Wer einen Quadranten übernimmt, verpflichtet sich zu einem größeren Vorhaben. Die Methodenbeschreibung sieht je fünf bis sechs Stunden im Frühwinter vom 15. November bis 31. Dezember und im Hochwinter vom 1. Januar bis 15. Februar vor. Die Erfassung kann auf mehrere Termine verteilt werden.

Dabei sollen alle größeren Lebensräume innerhalb der Fläche berücksichtigt werden, etwa Siedlung, Wald, Gewässer und offenes Land. Nur vom Küchenfenster aus zu beobachten, erfüllt diese Aufgabe daher nicht. Schau dir vor einer Reservierung die offiziellen Kartengrenzen und die Erfassungsanleitung an. Überlege dann, ob du die Wege und beide Winterabschnitte tatsächlich abdecken kannst. Ohne diese Zeit bleibt die Einzelmeldung eine sinnvolle Beteiligung.

Die Meldung muss zur wirklichen Beobachtung passen

Die NaturaList-Anleitung unterscheidet zwischen Einzelbeobachtungen und Listen. Setze den Kartenpunkt an den Ort des Vogels, nicht automatisch an deinen eigenen Standort. Wer später am Schreibtisch meldet, trägt das tatsächliche Beobachtungsdatum ein. Bei Listen gehören auch Beginn und Ende der Beobachtung dazu.

Ein angenommenes Beispiel: Du siehst morgens eine Amsel im Nachbargarten und trägst sie abends ein. Maßgeblich bleiben der morgendliche Beobachtungszeitpunkt und der Ort der Amsel. Hast du nur nach dieser einen Art geschaut, war das keine vollständige Artenliste. Diese Unterscheidung hilft, eine zufällige Sichtung nicht wie eine systematische Erfassung aussehen zu lassen.

Erst die Nachweise ansehen, dann den nächsten Schritt planen

Auf der Projektseite findest du Karten der bisherigen Meldungen nach Regierungsbezirken. Sie helfen bei der Suche nach Gebieten, in denen noch Nachweise gebraucht werden. Eine schwach erfasste Fläche ist jedoch kein Beweis dafür, dass dort wenige Vögel leben. Ebenso zeigt eine einzelne Gartenbeobachtung noch keinen Bestandstrend.

Notiere für deinen Einstieg drei Dinge: Welche Arten erkennst du sicher, an welchem Ort kannst du beobachten und wie viel Zeit ist verfügbar? Daraus ergibt sich, ob zunächst eine Einzelmeldung oder später eine größere Erfassung passt. Die aktuellen Termine, Formulare und Hinweise stehen auf der verlinkten LBV-Projektseite.

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